Der Bundestagsabgeordnete Klaus Peter Willsch (CDU) erinnert an den Bau der Mauer am 13. August 1961: „Auch 49 Jahre nach dem Bau der Mauer dürfen wir nicht vergessen, was den Deutschen in der damaligen DDR angetan wurde. Mit dem Bau der Mauer wurde der Unrechtscharakter des SED-Regimes gleichsam unübersehbar in Beton gegossen: die Einheitssozialisten mussten ihre Bevölkerung mit Mauer, Stacheldraht und Minen einsperren, weil ihnen sonst schon damals alle weggelaufen wären.“
Willsch weiter: „Millionen von Menschen wurden von der sozialistischen Staatsführung eingesperrt, um ihnen den Sozialismus aufzuzwingen. Die Mauer ist ein grausames Symbol für Getötete, Verletzte, zu Unrecht Inhaftierte und Drangsalierte, um ihre unveräußerlichen Freiheitsrechte und selbstbestimmte Lebenswege Betrogene. Die Menschen in der DDR haben schon vor 1989 rein gar nichts vom Sozialismus gehalten.“
Willsch appelliert vor allem an Schulen und Bildungsstätten, den Jugendlichen die Brutalität des SED-Regimes auch heute noch zu vermitteln. „Es darf nicht in Vergessenheit geraten, was den Menschen, die sich gegen die aufgezwungene sozialistische Ideologie wehrten, angetan wurde“ erklärt Willsch, der Berlinfahrern aus seinem Wahlkreis Rheingau-Taunus/Limburg stets einen Besuch im Stasi-Untersuchungsgefängnis Hohenschönhausen ans Herz legt. „Hier wird die grausame Geschichte der Bespitzelung, Demütigung und Folter, die vom SED-Regime geschrieben wurde, bildlich erzählt.“
Das Mauermuseum am Checkpoint Charlie in Berlin musste laut jüngsten Recherchen die Zahl der Mauertoten auf 1 393 erhöhen. Im August 1989 ging das Mauermuseum noch von 191 Todesopfern des DDR-Grenzregimes aus.
„Ich werde mich nicht daran gewöhnen, die direkte Nachfolgerin des SED, Die Linke, als normale Partei anzusehen, zumal sich die Mitglieder dieser Partei nie ausdrücklich von der SED distanziert haben. Die Linken sollten mal die fast 2,7 Millionen Menschen, die zwischen August 1949 und August 1961 dem Sozialismus den Rücken gekehrt haben, dazu befragen, ob es sich ihrer Meinung nach bei der DDR um einen Rechtsstaat gehandelt hat,“ erklärt Willsch weiter.