Wann immer einer der vielen, langen Güterzüge - zum Beispiel durch den Rheingau - rumpelt, fragt sich mancher der direkten Bahn-Anlieger, wie sicher diese Güterwagen wohl sind. Manche erinnern sich dabei besonders an das verheerende Eisenbahn-Unglück von Viareggio. Deshalb wird der Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch von Bewohnern seines Wahlkreises öfter befragt, ob sich die Sicherheitslage beim Gütertransport auf der Schiene inzwischen verbessert habe. Durch einen Antwortbrief des Bundes-Verkehrsministers Ramsauer auf Nachfragen von Willsch, konnte er in Erfahrung bringen, dass vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA) eine Reihe neuer Regelungen verfügt worden sind, die zur verbesserten Sicherheit im schienengebundenen Gütertransport beitragen.
Durch eine Allgemeinverfügung des EBA vom 23. 12. 2009 sind mit sofortiger Wirkung umfangreiche Dokumentationspflichten eingeführt worden, die Räder, Radsätze, Radsatzwellen, Radsatzlager, Radsatz-Instandhaltung und die Fahrzeuge betreffen, in die die Radsätze eingebaut sind. Hintergrund ist einerseits, dass es solche Dokumentationspflichten vorher nicht gab und andererseits, dass man nach Unfällen baugleiche Elemente gezielt überprüfen kann. Als Begründung wird in der Verfügung unter anderem festgestellt: "Die im Betrieb befindlichen Radsätze von Güterwagen entsprechen hinsichtlich des Zustandes ihrer Wellen nicht durchgängig den anerkannten Regeln der Technik." Von Willsch werden deshalb die deutlich verschärften Regelungen der zuständigen Aufsichtsbehörde ausdrücklich begrüßt, da sich die Bürger in Sachen Sicherheit auf die Wirksamkeit der staatlichen Kontrolle verlassen können müssen.
"Es ist mir seit meiner ersten Wahl in den Deutschen Bundestag 1998 ein stetes Anliegen, die oft über jedes vertretbare Maß hinaus mit Bahn-Lärm belasteten Anwohner von Bahnstrecken bei ihren Aktivitäten für Lärmreduzierung zu unterstützen", betont Willsch. Umso mehr gelte das natürlich, wenn es Ängste aufgrund von Vorfällen an anderen Bahnstrecken gebe. "Der Bund bezahlt die Infrastruktur, deshalb muss er kontrollieren, dass da alles in Ordnung ist", so der Abgeordnete.