Nach langem Hin und Her bekommt Niederseelbach nun endlich die lang ersehnte A3-Lärmschutzwand. Wie der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch bekanntgab, haben die von der Hessischen Straßen- und Verkehrsverwaltung vorgelegten Projektunterlagen den Gesehenvermerk des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) erhalten. Damit kann aller Voraussicht nach noch in diesem Jahr mit den erforderlichen Rodungsarbeiten begonnen werden. Insgesamt kostet der Bau den Bund etwa 3,64 Millionen Euro.
"Ich habe lange und intensiv für den Bau der Lärmschutzwand Niederseelbach gekämpft. Ich bin erleichtert und froh, dass nun alles doch noch zu einem guten Ende kommt", sagt Willsch. Mit dem Gesehenvermerk des BMVBS ist die Voraussetzung dafür gegeben, dass das Land Hessen das laufende Baurechtsverfahren abschließen und anschließend die bauliche Umsetzung in Abhängigkeit von den dann zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln sobald wie möglich in Angriff nehmen kann.
Ein Wechselbad der Gefühle liege hinter Willsch, der sich in zahlreichen Schriftwechseln mit den seit 1998 häufig wechselnden Ressortchefs bis hin zu Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer für den Bau der Lärmschutzwand in Niederseelbach eingesetzt hatte. Noch vor ein paar Monaten stand das Projekt wegen der gestiegenen Baukosten auf der Kippe.
Nachdem im Februar 2007 die Grundsatz für die Durchführung einer Lärmsanierungsmaßnahme an der A3 bei Niederseelbach gefallen war, erarbeitete die Hessische Straßen- und Verkehrsverwaltung (HSVV) den fachtechnischen Entwurf einschließlich des landschaftspflegerischen Begleitplans für die Maßnahme. Bei dieser ersten Ermittlung ergaben sich noch Kosten von unter einer Million Euro. Die exorbitanten Kostensteigerung auf schließlich mehr als 3,5 Millionen Euro hat mehrere Ursachen: Zuzügliche Kosten verursachte der erforderliche Torsionsbalken auf der Brücke über die L 3273. Hinzu kommen notwendige umfangreiche entwässerungstechnische Maßnahmen. Das auf der A 3 anfallende Wasser muss gesammelt und konzentriert dem Daisbach zugeleitet werden. In diesem Zusammenhang muss - da wiederholt Unfälle auf der A3 mit wassergefährdenden Stoffen auftraten - ein Rückhaltebecken vor der Einleitung in den Daisbach gebaut werden. Hinzu kam eine deutliche Erhöhung der Baupreise für Lärmschutzwände.
Da das Projekt mehr als zwei Millionen Euro kostet, musste es dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung erneut zur Erteilung des Sichtvermerks vorgelegt werden. Obwohl der Umsetzung der Lärmsanierungsmaßnahme Niederseelbach von Anfang an eine sehr hohe Bedeutung zukam, hatte die Lärmschutzwand aufgrund der gestiegenen Kosten auch Gegner. "Aber nun ist vom Bundesministerium das langersehnte OK gekommen und bald können die ersten Bagger rollen und die Bürger wieder ruhiger schlafen", freut sich Willsch. Er dankte zugleich seinem Landtagskollegen Peter Beuth, der sich seit seiner ersten Wahl in den Hessischen Landtag 1999 als engagierter Unterstützer für die berechtigten Interessen der Niederseelbacher auf der Landesebene eingesetzt habe.
"Ausdrücklich danken möchte ich auch der örtlichen Bürgerinitiative und ganz besonders deren Vorsitzenden Frank Haupt für den unermüdlichen Einsatz", betont Willsch. Man habe immer im engen Kontakt gestanden. Die Realisierung der Lärmschutzwand Niederseelbach sei ein perfektes Beispiel dafür, wie Politik und Bürger Hand in Hand für die Verwirklichung eines Zieles erfolgreich kämpfen können, so der Abgeordnete abschließend.