Am 17. Juni gedenken wir einem der bedeutendsten Ereignisse in der jüngeren deutschen Geschichte – dem Volksaufstand in der DDR im Jahr 1953. Vor nunmehr 71 Jahren erhoben sich über eine Millionen Deutsche in der damaligen Sowjetzone gegen das repressive kommunistische Regime, das noch für mehr als drei Jahrzehnte im Osten regieren sollte. Daran erinnert CDU-Bundestagsabgeordneter Klaus-Peter Willsch.
Arbeiter in über 700 Städten und Gemeinden in der Ostzone, weit über Berlin hinaus, legten ihre Arbeit nieder und demonstrierten für Freiheit, Demokratie und ein vereintes Deutschland. Was als Protest gegen eine Erhöhung der Arbeitsnormen begann, entwickelte sich rasch zu einem umfassenden Ruf nach politischer und gesellschaftlicher Veränderung. Über eine Million Menschen schlossen sich den Protesten an und forderten mutig die Absetzung der Regierung und freie Wahlen.
„Die knapp vierzigjährige, unterdrückerische Chronik der DDR, wie wir heute auf sie zurückblicken, war damals nicht in Stein gemeißelt“ stellt Willsch fest. „Wären die Aufstände erfolgreich gewesen, dann wäre es wohlmöglich niemals zu den Jahrzehnten der blutigen Repression gekommen, wie sie unsere ostdeutschen Landsleute erfahren mussten. Erst wenn man sich das vor Augen führt, wird einem die Tragweite dieses historischen Ereignisses deutlich.“
Doch die Aufstände waren nicht von Erfolg gekrönt. Allein in Berlin rollten über 600 sowjetische Panzer durch die Straßen, um die Auflehnungen niederzuschlagen. Überall in der Zone wurden die Demonstrationen mit Unterstützung der Roten Armee gewaltsam unterdrückt, und viele, die den Mut hatten, ihre Stimme zu erheben, bezahlten dafür einen hohen Preis. Mehr als 6.000 Menschen wurden verhaftet und teilweise zu langen Freiheitsstrafen verurteilt, 55 von wurden ihnen wurden ermordet. Ihre Namen und ihre Taten dürfen niemals in Vergessenheit geraten.
Der 17. Juni war lange Jahre ein nationaler Feiertag in der Bundesrepublik Deutschland. Mit der Wiedervereinigung 1990 ging diese Funktion auf den 3. Oktober über, doch der 17. Juni bleibt ein wichtiger Gedenktag. „Dieser Tag soll uns stets daran erinnern, dass Freiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeiten sind, sondern erkämpft und verteidigt werden müssen. Es ist unsere Pflicht, diese Werte zu bewahren und gegen jeden Angriff, sei es von außen oder von innen heraus, zu verteidigen“ sagt Willsch.
In diesem Zusammenhang darf man nicht vergessen, dass die heutigen Vertreter der Linkspartei wie auch die Abspaltung um Sahra Wagenknecht ihre Wurzeln in der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) haben, der Partei, die damals den Volksaufstand mit Gewalt niederschlug. „Auch wenn sich die Namen im Laufe der Jahre änderten – von SED zu PDS und schließlich zu Die Linke – bleibt die historische Verantwortung bestehen“ sagt Willsch.
„Den fortlaufenden Versuchen, die Vergangenheit zu verschleiern und das menschenverachtende Wesen des Sozialismus zu verharmlosen, müssen wir als Schüler unserer eigenen Geschichte entschieden entgegentreten“ schließt Willsch. „Nur so können wir für unsere eigene Freiheit einstehen und den tapferen Frauen und Männern vom Volksaufstand im Juni 1953 gerecht werden.“