Bundesverkehrsminister Volker Wissing lässt Rüdesheim links liegen! Das offenbart das Antwortschreiben des Bundesverkehrsministeriums auf den Brief des lokalen CDU-Bundestagsabgeordneten Klaus-Peter Willsch bezüglich des Bahnübergangs in Rüdesheim.
Im Sommer forderte Willsch den Bundesverkehrsminister auf, die Unterführungslösung nicht länger zu blockieren und endlich aktiv zu werden. Zuvor war bekannt geworden, dass das Ministerium ein erneutes Kostenoptimierungsgutachten beauftragt hatte. Auf den Brief Willschs antwortete das Ministerium nun mit einer einfachen Wiedergabe der ohnehin bereits bekannten Informationen.
„Ein Bundesverkehrsminister, der solch wichtige verkehrspolitische Entscheidungen auf die lange Bank schiebt, trägt sein Amt spazieren, statt die Interessen der Bürger ernst zu nehmen. Die eigentlich längst klare Lösung für den Rüdesheimer Bahnübergang wird weiter verzögert. Dass Wissing sich dabei nicht einmal selbst Zeit für die Antwort nimmt, sondern seinen Staatssekretär vorschickt, zeigt, wie wenig Interesse er an Rüdesheim, dem Mittelrheintal, den Menschen und dem kulturellen Erbe der Region hat,“ kritisiert Willsch.
Besondere Brisanz erhält die Lösung für den Rüdesheimer Bahnübergang durch den hohen kulturellen Wert Rüdesheims als Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal. Durch den Welterbestatus muss die Ansicht auf Rüdesheim gewahrt bleiben, was nur mit einer Unterführungslösung möglich ist, da die mit einer Brückenlösung verbundenen An- und Abfahrtrampen die Ansicht Rüdesheims vom Rhein aus versperren würden. Willsch empört sich: „Die Wiederholung durchgeführter Prüfungen wird nicht Neues ergeben - außer gemäß Baukostenindex steigender Kosten!“