Der kroatische Botschafter in Deutschland, S.E. Gordan Bakota, hat am gestrigen Tag den langjährigen kroatischen Freiheitskämpfer und Politiker Dr. Stanislav Janovic sowie seine Ehefrau Amalja Janovic in Idstein getroffen, um ihnen im Namen der Republik Kroatien für ihre herausragenden Verdienste um die Anerkennung des kroatischen Staates zu danken.
Dr. Stanislav und Amalja Janovic, die nach der Inhaftierung Dr. Stanislav Janovics unter dem kommunistischen Tito-Regime in Idstein Exil fanden, spielten eine zentrale Rolle im internationalen Einsatz für ein unabhängiges Kroatien nach dem Zerfall Jugoslawiens 1991. Dabei wirkten sie unermüdlich daran mit, internationale Aufmerksamkeit auf die dramatische Lage in den ex-jugoslawischen Teilrepubliken und insbesondere auf die Aggressionen des großserbischen Regimes unter Milosevic zu lenken. In dieser Zeit nutzte Klaus-Peter Willsch seine damalige Position als stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Union Hessen, um Janovic mit dem seinerzeitigen CDU/CSU-Fraktionschef und hessischen CDU-Vorsitzenden Alfred Dregger zusammenzubringen, der dann auch für die Anerkennung Kroatiens als souveräner Staat eintrat. Von 1995 bis 2000 setzte sich Dr. Stanislav Janovic als Vertreter der Auslandskroaten im kroatischen Parlament (Sabor) für seine Heimatland und die kroatische Diaspora ein.
Das Ehepaar Janovic nutzte ihre engen Verbindungen zu deutschen Politikern, um sich nachdrücklich für die diplomatische Anerkennung Kroatiens durch die Bundesregierung einzusetzen. Ihr Engagement trug entscheidend dazu bei, dass Deutschland unter Kanzler Helmut Kohl und Außenminister Hans-Dietrich Genscher eine führende Rolle in der Europäischen Gemeinschaft bei der Anerkennung der Republik Kroatien einnahm. Ein besonders bewegender Moment war der Appell Amalja Janovics, die im September 1991 mit den Frauen von Vukovar vor Hans-Dietrich Genscher niederkniete und mit den Worten „Herr Genscher, bitte helfen Sie uns, sonst ist Kroatien verloren!“ eindringlich auf die Lage ihres Heimatlandes aufmerksam machte.
Diese dramatische Szene fand ihren Widerhall in Genschers Worten am 3. September, als er erklärte: „So wahr ich Hans-Dietrich Genscher heiße, wenn ab heute nicht Nägel mit Köpfen für Kroatien gemacht werden, werden wir Deutsche im Alleingang Kroatien anerkennen!“ Letztlich wurde Kroatien am 17. Dezember 1991 nach intensiven diplomatischen Bemühungen insbesondere Deutschlands gemeinsam mit Slowenien von der Europäischen Gemeinschaft offiziell als unabhängiger Staat anerkannt.
Im Frühjahr 1998 reiste Klaus-Peter Willsch mit Frau Janovic nach Slawonien, als der Osten Kroatiens nach der erzielten Einigung nach dem serbischen Aggressionskrieg gegen Kroatien an das Land zurückgegliedert wurde. Sie nahmen dort an der würdigen Beisetzung der Opfer des Krankenhauses Vukovar auf einem Ehrenfeld des dortigen Friedhofes teil. Nach seiner ersten Wahl in den Deutschen Bundestag im Herbst 1998 wurde Willsch zunächst stellvertretender Beauftragter des Deutschen Bundestages für die Beziehungen zum kroatischen Parlament. Danach trieb er die Gründung einer deutsch-kroatischen Parlamentariergruppe voran, deren Gründungsvorsitzender er dann 2005 wurde.
Zur Würdigung des herausragenden Einsatzes der Familie Janovic organisierte der Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch gemeinsam mit der kroatischen Botschaft und der Stadt Idstein ein Treffen, dem auch der lokale Landtagsabgeordnete André Stolz, der Idsteiner Stadtrat Heinz Berger sowie der Idsteiner Stadtverordnete Peter Piaskowski beiwohnten. Nach einer Stadtführung durch Idstein, organisiert durch die Tourist-Information, trugen sich Dr. Janovic und seine Frau sowie Botschafter Bakota gemeinsam mit dem Idsteiner Bürgermeister Christian Herfurth und den weiteren Teilnehmern ins Gästebuch der Stadt im Rathaus ein. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Abendessen in kleinem Kreise.
Der Botschafter hatte nach Amtsantritt in Berlin sofort den Kontakt zu Klaus-Peter Willsch gesucht und dabei den Wunsch geäußert, Janovics unbedingt kennenlernen zu wollen. Gordan Bakota zeigte sich nach dem Zusammentreffen beeindruckt von den Leistungen des Ehepaares für sein Land: „Ohne Menschen wie Dr. Stanilav und Amalja Janovic hätten wir unsere Unabhängigkeit nicht erringen können. Wir sind ihnen zu großem Dank verpflichtet!“
„Es ist mir eine große Ehre, Dr. Janovic und seine Frau Amalja persönlich wiederzusehen. Ihr Einsatz für die Freiheit Kroatiens und die Würde dieses Volkes ist unvergessen. Ohne Menschen wie sie wäre der Weg zur staatlichen Unabhängigkeit sicherlich um einiges beschwerlicher gewesen“, ordnet der Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch abschließend ein.