Klaus-Peter Willsch

64. Jahrestag des Mauerbaus: Freiheit bewahren - Opfer nicht vergessen

Am 13. August jährt sich zum 64. Mal der Bau der Berliner Mauer, einem der bittersten Tage der deutschen Nachkriegsgeschichte. Der Bau der hochgerüstetsten Grenzanlage ihrer Zeit begann in der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961, als die Sowjetunion dem jahrelangen Drängen der DDR-Regierung nachgab. Um 1:05 Uhr gingen am Brandenburger Tor die Lichter aus, Panzer rollten durch das Tor und mehr als 80 Übergänge in ganz Berlin wurden abgeriegelt. Durch die Operation „Rose“, die Erich Honecker persönlich operativ leitete, wurde die künstliche Trennung des deutschen Volkes innerhalb von nur 45 Minuten besiegelt. Honecker selbst inspizierte noch am frühen Morgen jeden einzelnen Grenzübergang und sprach den Soldaten, die die Grenze sichern sollten, Mut zu.

Im Sommer 1961 flohen bis zu 2.400 Menschen täglich aus der Ostzone in den Westen, ein unübersehbarer Ausdruck für die Unzufriedenheit mit dem real existierenden Sozialismus, der sich nur durch den Entzug individueller Freiheiten halten konnte. Walter Ulbrichts berüchtigte Behauptung „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“ entpuppte sich, wie für autoritäre Regime üblich, als dreiste Lüge zur Sicherung der eigenen Macht, die durch große Fluchtbewegungen bereits kurz nach Errichtung des „Arbeiter- und Bauernstaates“ zu bröckeln begann.

Die Berliner Mauer entwickelte sich zu einem todbringenden Grenzstreifen, der sich schlussendlich quer durch ganz Deutschland ziehen sollte. Für 10.315 Tage wurde das deutsche Volk durch die kollektivistische Ideologie geteilt. Das Land war zerrissen in zwei Teile, in denen sich Freiheit und Diktatur, Rechtsstaatlichkeit und Unterdrückung sowie Wohlstand und Mangelwirtschaft gegenüberstanden.

Wir gedenken den 75.000 Menschen, die wegen „Republikflucht“ vor DDR-Gerichte gebracht wurden und schlimmste Repressalien erleiden mussten. Ebenso erinnern wir an die 1.000 Menschen, die an der innerdeutschen Grenze ihr Leben verloren, davon etwa 140 an der Berliner Mauer. Selbst beim Bau der Mauer griff das DDR-Regime auf Zwang zurück: Arbeiter wurden gegen ihren Willen eingesetzt, um die eigenen Landsleute einzusperren.

„Wir zollen denjenigen unseren Respekt, die vor Diktatur, Unterdrückung und Bespitzelung flohen und in der DDR für Freiheit eintraten. Ohne ihren kontinuierlichen Widerstand hätte die Mauer niemals Risse bekommen“, ordnet der Bundestagsabgeordnete des Rheingau-Taunus, Klaus-Peter Willsch, ein.

Die Mauer und die innerdeutsche Grenze mit Minen, Mauerschützen und einem perfiden System der Angst konnten den Wunsch nach Selbstbestimmung, Einheit und Freiheit nicht zerstören. Die friedliche Wiedervereinigung brachte schließlich Freiheit und die Würde des Menschen in ganz Deutschland zurück. Diese Erinnerungen wachzuhalten ist unsere Pflicht.

Vor diesem Hintergrund ist es unverständlich, dass die SED-Nachfolgepartei „Die Linke“ bis heute keine eindeutige Haltung zur Mauer einnimmt. Manche rechtfertigen die Mauer weiterhin oder stempeln das DDR-Unrechtsregime als „Experiment“ ab. Wer aus der Vergangenheit gelernt haben will, kann einer kollektivistischen Partei wie „Die Linke“ unmöglich die eigene Stimme geben. Sie trägt das Erbe der Mauerschützen und der SED personell, programmatisch und ideologisch weiter. Auch ein „demokratischer Sozialismus“ ist ein kollektivistisches, menschenfeindliches und autoritäres System, das von Repressalien und Machtfülle lebt. Ebenso unverständlich ist es, dass heute demokratische Parteien bereit sind, mit Linksextremisten zusammenzuarbeiten. Die massenhafte Flucht der DDR-Bürger beweist die Unterlegenheit des sozialistischen Systems. Eine Zeit wie diese darf sich niemals wiederholen.

„Freiheit und Demokratie sind nicht garantiert. Das Vermächtnis der Opfer verpflichtet uns, die Vergangenheit zu kennen und die Zukunft im Auge zu behalten. Seit dem Mauerfall sind in Deutschland über 25 Millionen Kinder zur Welt gekommen, die das Leid der deutschen Teilung nicht selbst erfahren mussten. Umso wichtiger ist es, diesen Kindern die Nachkriegsgeschichte näher zu bringen und zu vergegenwärtigen, dass Freiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeit sind und täglich neu verteidigt werden müssen“, hebt Klaus-Peter Willsch abschließend hervor.

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