Im Rahmen eines Vor-Ort-Termins hat Bundesminister Patrick Schnieder den Bahnübergang in Rüdesheim am Rhein besichtigt. Der Bahnübergang ist seit Jahren ein verkehrlicher Engpass und stellt nicht nur für Rüdesheim, sondern auch die westlich von Rüdesheim gelegenen Orte im Mittelrheintal ein erhebliches Entwicklungshemmnis dar. Dies teilt der örtliche CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch mit.
„Mit seinem Besuch zeigt Bundesminister Schnieder, dass der Bahnübergang in Rüdesheim wieder im Fokus steht. Der Minister sendet damit ein klares Signal an die Menschen, die täglich von langen Schließzeiten betroffen sind. Die Zeiten der stiefmütterlichen Behandlung durch Verkehrsminister Wissing und der links-gelben Ampel sind endgültig vorbei. Das Thema werde ich weiterhin mit hoher Priorität begleiten und mich mit Nachdruck dafür einsetzen, dass nach vielen Jahren der Diskussion endlich konkrete Fortschritte erzielt werden können“, so Willsch weiter. Die Schranke ist mitunter bis zu 20 Minuten am Stück geschlossen. Insgesamt verwehrt sie den Menschen für rund ein Drittel des Tages, also etwa acht Stunden täglich, eine zügige Weiterfahrt.
Der Minister machte sich zusammen mit geladenen Vertretern aus örtlicher Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft vor Ort ein Bild von den Auswirkungen der geschlossenen Schranke. Als er in dichtem Schneetreiben eintraf, war die Schranke gerade geschlossen, so dass er von den Teilnehmern der Gesprächsrunde an der Schranke abgeholt und durch die Fußgängerunterführung zum Lokal Bees begleitet wurde. Besonders deutlich wurden so die langen Wartezeiten und die Belastung des innerstädtischen Verkehrs. Landrat Sandro Zehner machte in seiner Begrüßung die Einschränkungen für Rettungsdienste und Feuerwehr deutlich. Der Rüdesheimer Bürgermeister Dirk Stuckert und sein Lorcher Kollege Oliver Lübeck betonten, dass der Bahnübergang eine Zumutung für Pendler und Hindernis für den Tourismus am Eingang zum Welterbe „Oberes Mittelrheintal“ ist.
Die Beseitigung des Bahnübergangs in Rüdesheim wird bereits seit Jahren diskutiert. Nachdem die 1998 zugesagte „große Tunnellösung“ für ganz Rüdesheim trotz vielfältiger Anstöße und Vereinbarungen mit Bund und Bahn im Jahre 2012 aufgekündigt wurde, hat die für die Planung zuständige hessische Straßenbauverwaltung bereits 2013/2014 eine Planungsvereinbarung zwischen der Deutschen Bahn und dem Land Hessen zur Beseitigung des Bahnübergangs abgeschlossen. Mithilfe der 2022 fertiggestellten Machbarkeitsstudie wurden verschiedene Varianten für eine Über- oder Unterführung der Bahngleise entwickelt sowie vergleichend bewertet und abgewogen. Bewertungskriterien sind neben der technischen Machbarkeit die verkehrliche Wirkung, die Wirtschaftlichkeit (Bau- und Betriebskosten) und die Umweltverträglichkeit, ebenso die Bauzeit sowie die Verträglichkeit im Hinblick auf Denkmalschutz und UNESCO-Welterbe. Aufgrund des Welterbestatus muss die Ansicht auf Rüdesheim gewahrt bleiben, was nur mit einer Unterführungslösung möglich ist.
„Der persönliche Austausch mit Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder ist ein wichtiger Schritt, um das Projekt gemeinsam voranzubringen“, so der Rüdesheimer CDU-Vorsitzende Johannes Schura. Er forderte zum Abschluss fest, dass die Gespräche zwischen Bund, Land, Kommune und Bahn konsequent fortgeführt werden. Minister Schnieder zeigte Verständnis dafür, dass man vor Ort nun endlich Entscheidungen erwarte. Er bat um Verständnis, dass nun zunächst noch eine erneute Stellungnahme des Welterbekomitees, voraussichtlich im Februar abzuwarten sei, danach müsse entschieden werden. „Für mich bleibt das Ziel klar: die Beseitigung des Bahnübergangs durch Untertunnelung. Langfristig wird das Ziel, den Schienengüterverkehr aus dem Mittelrheintal zu verbannen durch eine Tunnellösung unter Taunus und Westerwald, weiterverfolgt. Darauf kann aber die konkrete Lösung an der B 42-Bahnschranke nicht warten“, so Willsch abschließend.