Der historische Langwerther Hof in Eltville erhält 125.000 Euro aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes. Mit den Mitteln werden substanzsichernde Maßnahmen an Dach, Fassade, Fenstern und der tragenden Holzkonstruktion des um 1550 errichteten Adelssitzes gefördert. Ziel ist es, die bauliche Substanz langfristig zu sichern und das denkmalgeschützte Gebäude für die kommenden Generationen zu erhalten. Dies teilt der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch mit.
Der Langwerther Hof, auch als Stockheimer Hof bekannt, zählt zu den bedeutendsten Profanbauten der Stadt Eltville und prägt mit seinem spätmittelalterlichen Erscheinungsbild bis heute das historische Stadtbild der Altstadt. Der zwischen zwei Schildgiebeln errichtete Bruchsteinbau mit vorgelagertem Treppenturm, Spitzhelm und charakteristischem Standerker mit Zierfachwerk dokumentiert eindrucksvoll die Entwicklung adeliger Wohn- und Wirtschaftsbauten im Rheingau. Große Teile der originalen Bausubstanz, darunter der bauzeitliche Dachstuhl, historische Sandsteingewände, Fachwerkstrukturen sowie der reichhaltige Fensterbestand aus dem 18. und 19. Jahrhundert, sind bis heute erhalten.
„Der Langwerther Hof ist ein herausragendes Zeugnis regionaler Geschichte und ein stadtbildprägendes Bauwerk von besonderer Bedeutung für Eltville. Mit der Förderung leistet der Bund einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieses identitätsstiftenden Denkmals“, erklärt Willsch.
Die nun bewilligte Bundesförderung würdigt nicht zuletzt den erheblichen eigenständigen Einsatz der Eigentümer. Gefördert werden unter anderem die Instandsetzung der Fassaden, des Dachtragwerkes und der historischen Fenster. Konstruktive Schäden an tragenden Holzelementen machen partielle Eingriffe an der Dachdeckung erforderlich, zudem wird der Spitzhelm des Treppenturms neu eingedeckt. Die Fenster werden denkmalgerecht restauriert und als Kastenfenster energetisch ertüchtigt, ausgenommen ist der historische Schauraum im Erdgeschoss. Mit der Förderung kann der Langwerther Hof als prägendes Element des Eltviller Stadtbildes bewahrt werden. Damit bleibt das historische Gebäude dauerhaft erhalten und als Teil der gewachsenen Stadtstruktur weiterhin erlebbar.
Für die inzwischen vierzehnte Auflage des Denkmalschutz-Sonderprogramms standen in dieser Förderrunde bundesweit 35 Millionen Euro zur Verfügung. Seit 2009 konnten durch die Sonderprogramme für Denkmalschutz bereits über 3.000 national bedeutsame Kulturdenkmäler und historische Orgeln in ganz Deutschland saniert werden. In diesem Zeitraum wurden rund 600 Millionen Euro investiert.