Klaus-Peter Willsch

Wahlkreis Rheingau-Taunus/Limburg

Themen und Impressionen

Mein Wahlkreis Rheingau-Taunus/Limburg besteht aus mehreren Teilen: Der Weinbauregion Rheingau, dem landwirtschaftlich geprägten Untertaunus und dem Altkreis Limburg. Zum Limburger Teil meines Wahlkreises gehören neben der Bischofsstadt auch der wegen seiner landwirtschaftlich günstigen Böden so genannte Goldene Grund sowie Teile des (südlichen) Westerwaldes.

Getränke prägen meinen Wahlkreis. Schon im Jahr 772 wurde der Mineralbrunnen aus Niederselters erwähnt. Er gab dem Mineralwasser den Namen Selters, das heute weltweit als Pseudonym für Mineralwasser verwendet wird. In Limburg sitzt der Wassersprudler-Hersteller SodaStream GmbH, in Taunusstein der Wasserfilter-Produzent Brita, der nun auch mit einer Betriebsstätte in Bad Camberg vertreten ist. Milch kommt von der Molkerei Schwälbchen in Bad Schwalbach und im Rheingau pflegen Hunderte von Winzern das Jahr über die Weinberge, um im Herbst Riesling- und Spätburgundertrauben zu keltern. Bad Camberg, Schlangenbad und Bad Schwalbach sind anerkannte Heilbäder.

Weitere bekannte Arbeitgeber sind zum Beispiel ACO Passavant Guss GmbH und Aqseptence Group GmbH in Aarbergen, Weber Bürstensysteme in Bad Camberg, Jack Wolfskin und Motorola in Idstein, Sterntaler in Dornburg und Tetra Pak und Harmonic Drive in Limburg.

Dank der A3 sind Teile der Region Untertaunus / Limburg gut nach Frankfurt/Main mit seinem Flughafen angebunden. Für den Rheingau erfüllt die A66 diese Zubringerfunktion. Im gesamten Wahlkreis leben überwiegend Pendler, die im Rhein-Main-Gebiet (neben Frankfurt/Main vor allem in den beiden Landeshauptstädten Wiesbaden und Mainz) arbeiten.

Im Rheingau gibt es kaum noch Industrie; Orte wie Rüdesheim, Eltville und Oestrich-Winkel konzentrieren sich daher erfolgreich auf Tourismus und Wein. Die Hessischen Staatsweingüter sind das größte deutsche Weingut; die Germania in Rüdesheim und das Kloster Eberbach in Eltville sind Tourismus-Magneten von Weltrang. Einer der schönsten klassifizierten Wanderwege, der Rheinsteig, der von Wiesbaden-Biebrich bis nach Bonn reicht, führt durch den Wahlkreis. In Rüdesheim beginnt das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal, der Obergermanisch-Rätische Limes zieht sich von Ost nach West durch den Untertaunus. Nirgendwo sonst treffen zwei Welterbestätten so nah aufeinander.

Rheingau

Taunus

Limburg

Bahnlärm

Seit meinem ersten Einzug in den Deutschen Bundestag im Jahr 1998 als direkt gewählter Abgeordneter für Rheingau-Taunus/Limburg setze ich mich unermüdlich für die vielen vom Bahnlärm geplagten Menschen im Mittelrheintal ein – vor Ort und in Berlin. Der Kampf gegen den Bahnlärm ist ein langer, steiniger Weg, doch gerade in den letzten Jahren konnten wir dank des 2012 auf unsere Initiative gegründeten Beirats „Leiseres Mittelrheintal“ viel erreichen. Ein Meilenstein war der Fahrplanwechsel 2020: Seitdem dürfen laute Güterwagen nicht mehr durch unser Land fahren. Die alten „Klapperkisten“ gehören ins Museum – und nicht auf die Güterstrecken. Auch die Lärmsanierung schreitet mit Maßnahmen wie Lärmschutzwänden sichtbar voran.

Klar ist jedoch: Der Schienengüterverkehr muss langfristig aus dem engen Mittelrheintal heraus. Leider kam die 2023 veröffentlichte Machbarkeitsstudie für eine Alternativtrasse zu einem ernüchternden Ergebnis. Die Planer bewerten den Bau einer Tunnellösung unter Westerwald und Taunus als nicht zielführend. Damit bleibt die Frage offen, wie das Mittelrheintal dauerhaft den Spagat zwischen Weltkulturerbe und Hochleistungs-Güterstrecke bewältigen soll.

Das kann und will ich nicht nachvollziehen. Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass der Güterverkehr aus dem Mittelrheintal in eine weitgehend unterirdisch geführte Westerwald-Taunus-Trasse verschwindet – für die Lebensqualität der Menschen und den Schutz unseres einzigartigen Weltkulturerbes.

Energiepolitik

Die Zukunftsaufgabe Energiewende bei gleichzeitiger Sicherstellung von Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit von Energie fordert Politik, Unternehmen und die Bevölkerung gleichermaßen. Persönlich stehe ich dem gleichzeitigen Atom- und Kohleausstieg sehr skeptisch gegenüber. Windkraftausbau liefert keinen Beitrag zur Grundlast, verschandelt unsere einzigartige Kulturlandschaft, beeinträchtigt die Anwohner und zieht den Stromkunden Milliarden aus der Tasche.

Statt gegen den Preisanstieg entgegenzuwirken, entschied die Ampel sich im Frühjahr 2023 – inmitten der größten Energiekrise der Nachkriegszeit – gegen eine Weiternutzung der noch am Netz befindlichen Kernkraftwerke. Diese hätten bei dem knappen Stromangebot zur Stabilisierung der Strompreise beigetragen. Wir werden diese, sofern wirtschaftlich, wieder ans Netz bringen. Die Regierung Scholz hielt stattdessen unverändert an der Energiewende fest, obwohl die Planungen auf das weggefallene günstige russische Gas als Brückentechnologie setzten. Den notwendigen Ausbau von Gaskraftwerken hat die Ampel dennoch nicht auf den Weg gebracht.

Für mich ist klar: Energie muss bezahlbar, sicher und sauber sein. Alle Kostentreiber gehören auf den Prüfstand, während Energieeffizienz eine zentrale Rolle spielt. Dafür setzen wir uns ein – technologieoffen und ohne ideologische Scheuklappen, im engen Schulterschluss mit der EU und unseren internationalen Partnern.

Die Energiewende hat uns auch die Netzausbauprojekte Ultranet und Rhein-Main-Link beschert, die mitten durch meinen Wahlkreis verlaufen. Bereits seit vielen Jahren stehe ich dazu in regem Austausch mit den Bürgerinitiativen meines Wahlkreises, den örtlichen Bürgermeistern, dem Bundeswirtschaftsministerium, der Bundesnetzagentur (BNetzA), einigen Kollegen aus anderen betroffenen Wahlkreisen und dem Vorhabenträger selbst. Insbesondere im Austausch mit Amprion und der BNetzA habe ich mich dafür stark gemacht, bei ortsnahen Trassen-Varianten zur Einhaltung der heutigen Mindestabstände zu realisieren. Das halte ich für den anwohnerfreundlichsten, realistischsten und gangbarsten Weg. Fundamentalopposition, das hat die Erfahrung mit der ICE-Trasse Frankfurt-Köln gezeigt, führt ansonsten nur dazu, ins Abseits der weiteren Planung gekegelt zu werden. Das darf nicht passieren.